Blicke auf den Tod

Im Vorfeld von Allerheiligen lädt der St. Barbara Friedhof an drei Abenden ein, sich mit dem existentiellen Thema Tod aus verschiedenen Perspektiven zu beschäftigen: die Blickwinkel sind die der Psychologie, der Musik und Literatur sowie der Philosophie.

Die Veranstaltungs-Reihe steht im Zeichen des „Memento mori“, des Eingedenkens der eigenen Sterblichkeit, die zum bewussten und guten Leben ermutigt. 

 

Mittwoch, 7. 10. 2020, 19.30 Uhr

„Wir haben nichts, außer uns!“ Bekenntnisse eines Ex-Bestatters.

Vortrag mit dem Psychologen Martin Prein.

Wer etwas auf sich hält, diagnostiziert der Gesellschaft gerne, dass diese den Tod verdränge bzw. tabuisiere und hat auch gleich die nötige Therapie parat: Wir müssten uns mit dem Tod befassen!

Derlei Allgemeinplätze prägen gegenwärtig die öffentliche Rede über den Tod.

Aber was, wenn alles ganz anders ist? Verdrängt „die Gesellschaft“ wirklich den Tod?
Können wir uns überhaupt mit dem Tod befassen und wenn ja, wie? Haben wir uns mit dem Tod beschäftigt, wenn wir eine Lebensversicherung abgeschlossen, unser Testament gemacht oder philosophische Texte über unsere Endlichkeit gelesen haben?

Der Vortrag lädt zu einem psychologischen Streifzug ein, einem Versuch, den Tod, vor allem unsere Todesangst und unseren Umgang damit, zu ergründen. 

Martin Prein ist Thanatologe und Notfallpsychologe und ehemaliger Bestatter. Er ist Autor des Bestsellers „Letzte Hilfe Kurs“. 

 

Dienstag, 13. 10. 2020 19.30 Uhr

Auf dem Weg ins Ungewisse.

Improvisationen von Andreas Thaller am Klavier. Rezitationen von Leona Siber.

Texte zum Thema Tod werden auf einer musikalischen Ebene improvisatorisch reflektiert. 

Durch die Verschmelzung von Wort und Musik kann das Denken ein Fühlendes werden und das Herz zu denken beginnen. 

Dies schafft einen Raum von Kontemplation, der sich mit der Thematik des Unausweichlichen in unterschiedlichen Beleuchtungen auseinandersetzt. 

Andreas Thaller ist Lehrender an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz und beim Landesmusikschulwerk. Musikalische Ausbildung am Linzer Musikgymnasium und am Bruckner-konservatorium. Künstlerische Tätigkeit in den Bereichen traditionelle Klavierliteratur, Jazz, Improvisation und Komposition. 

Leona Siber studierte Klarinette und Dirigieren in Wien, Bratislava, Eisenstadt und Linz. Derzeit ergänzt sie ihre Ausbildung mit einem Studium der Klavierpädagogik an der Anton Bruckner Privatuniversität. Sie lebt und arbeitet in Linz als Klavierpädagogin und Chorleiterin.  

 

Montag, 19.10.2020 19.30 Uhr 

Der Tod der Philosophen. 

Vortrag mit dem Philosophen Stephan Grotz.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Kepler Salon als „Kepler Salon Extern“.

Seit alters gibt es in der europäischen Denkgeschichte eine rege theoretische Auseinandersetzung mit dem Tod. Vielfältige Fragen kamen und kommen da auf den Tisch: Können wir als lebendige Wesen den Tod intellektuell durchdringen oder müssen wir ihn als ein letztlich unverständliches Faktum hinnehmen? Müssen wir uns vor etwas fürchten, was ohnehin unvermeidlich ist? Und wie gelingt es, sich nicht vor dem Tod zu fürchten? Ja, muss es überhaupt gelingen?

Über solche Fragen wollen wir uns an einem für die Todesthematik passgenauen Ort verständigen. Und dann zeigt sich: Wie bei vielen substantiellen Themen der Philosophie mag es keine definitiven Lösungen geben, doch aber Ansätze, die zum Weiterdenken anregen.

Stephan Grotz studierte Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft, Klassische Philologie und Philosophie in München und Berlin. Nach Stationen in Regensburg und Mainz ist er seit 2015 Universitätsprofessor für Geschichte der Philosophie an der KU Linz.

 

Alle drei Veranstaltungen finden am St. Barbara Friedhof, Friedhofstr. 1, 4020 Linz in der großen Abschiedshalle statt.

Der Eintritt ist frei. Um freiwillige Spenden wird gebeten. 

Covid19-Prävention
Kostenlose Zählkarten sind beim Friedhofs-Portier, in der Friedhofs-Verwaltung, per Email office@barbarafriedhof.at oder telefonisch unter 0732 654514 erhältlich.