Der jüdische Friedhof

Eine Besonderheit

Ein jüdischer Friedhof unterscheidet sich von christlichen Gottesäckern. Man lässt die Gräber mit Efeu und Gras überwachsen. Kleine Steine werden beim Grabbesuch auf den Grabstein gelegt. Ferner werden Gräber nie aufgelassen oder eingeebnet, sie sind wichtig für die Auferstehung der Toten. Die Grabsteine tragen beidseitig eine Beschriftung.

Wechselvolle Geschichte

Im historischen Linz wurde der jüdischen Bevölkerung nicht nur das Leben, sondern auch das Sterben schwer gemacht. Schon im Jahr 1497 suchten einige Familien vergeblich um die Erlaubnis an, einen Friedhof zu errichten. Doch sie mussten noch bis ins 19. Jahrhundert ihre Toten am jüdischen Friedhof im südböhmischen Rosenberg bestatten.
Erst im Jahr 1862 konnte die jüdische Gemeinde ein Grundstück in der damaligen Gemeinde Lustenau – nur 200 Meter vom St. Barbara Friedhof entfernt – erwerben, um dort ihre Verstorbenen zu bestatten. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten war der jüdische Friedhof unmittelbar von Schließung bedroht. In dieser kritischen Situation bewährte sich das mittlerweile gute Verhältnis zwischen katholischer Kirche und Kultusgemeinde.
1938 wurde dem Barbara-Gottesacker-Fonds das gesamte Grundstück zur Pacht auf 99 Jahre angeboten. Die Gegenleistung war, den jüdischen Friedhof ,,zu bewachen, zu betreuen und instand zu halten“. 1945 wurde der Pachtvertrag einvernehmlich wieder gelöst. Der israelitische Friedhof wurde mit 15. Oktober 2009 unter Denkmalschutz gestellt.

Der jüdische Friedhof heute

Nur noch alle paar Jahre gibt es eine Bestattung am Jüdischen Friedhof. Dieser ist nun komplett umgeben vom Barbarafriedhof, der bei Bedarf auch gerne bestmöglich logistisch unterstützt.