Heilige Barbara

Eine der beliebtesten Schutzheiligen heißt Heilige Barbara. Sie soll vor plötzlichem Tod und Blitzschlag schützen. Zudem ist sie die Schutzpatronin der Bergleute. Die Heilige Barbara begleitet aber auch die Sterbenden auf ihrem Weg und nimmt ihnen ihre Ängste.

Sie wird meistens mit einem Turm und einem Kelch dargestellt, was an ihre Legende erinnern soll. Ob diese Gestalt tatsächlich gelebt hat, ist umstritten. Viele Mädchen erhalten bis heute den Namen Barbara.

Vor einigen Jahren wurde eine gotische Figur der Heiligen Barbara erworben. Die Holzfigur aus dem 14. Jahrhundert stammt vermutlich von Meistern aus dem Traunviertel. Sie ist mit den typischen Attributen ausgestattet. Ihren Platz hat sie im Barbara-Raum gefunden, der für Abschiede zur Verfügung steht.

In einem Vorläuferfriedhof des St. Barbara Gottesackers an der heutigen Seilerstätte gab es bereits eine Barbarakapelle, nach welcher damals der Friedhof benannt wurde. 

Die Legende

Die schöne und kluge Barbara lebte um das Jahr 300 nach Christus in der Stadt Nikodemia als Tochter eines reichen Kaufmanns. Es war eine Zeit, in der Christen verfolgt wurden.

Ihr Vater umsorgte sie zwar liebevoll, wollte sie aber auch von der Welt draußen fernhalten. Wenn er auf Reisen ging, schloss er sie darum in einem Turm ein.  Als er wieder einmal unterwegs war, ließ Barbara sich gegen seinen Willen von einem Priester taufen. Ihr Vater konnte sie nicht mehr von ihrem christlichen Glauben abbringen. Der römische Kaiser verurteilte daraufhin Barbara und ließ sie ins Gefängnis sperren.

Auf dem Weg dorthin soll sich ein Zweig in ihrem Kleid verfangen haben, den sie in ihrer Zelle in ein Glas stellte und mit ihrem Trinkwasser wässerte. Im Gefängnis wurde Barbara gefoltert, doch ihre Wunden heilten über Nacht, sodass ihr Glaube nicht gebrochen werden konnte.

Letzten Endes wurde Barbara zum Tode verurteilt und ihr Vater selbst war es, der zum Schwert griff, um seine Tochter zu enthaupten. Dafür wurde er von einem Blitz getroffen und fand selbst den Tod. Der kleine Zweig aber, der in Barbaras Gefängniszelle überdauert hat, soll an ihrem Todestag geblüht haben. 

Der „Barbara Tag“

Nach dem Motiv in der Legende ist es am 4. Dezember, dem „Barbara Tag“, vielerorts Brauch, Kirschzweige (vereinzelt auch Zweige von Apfel- oder Birnbäumen) in eine Vase zu stellen. Mit ein wenig Glück blühen sie zu Weihnachten.

Die "Heiligen drei Madl"

In christlichen Kirchen wird Barbara oft neben den Heiligen Mädchen ("Madl") Margareta und Katharina dargestellt. Die beiden gelten ebenfalls als Märtyrerinnen: Katharina wurde zu Tode gerädert, ihr Attribut ist daher ein Rad (Spinnrad). Margareta wurde zwar wie Barbara enthauptet, wird aber wegen ihres "Kampfes mit dem Teufel" mit einem Drachen ("Wurm") dargestellt. Der Volksmund erinnert an die drei Nothelferinnen mit dem Spruch "Margareta mit dem Wurm, Barbara mit dem Turm, Katharina mit dem Radl, das sind die drei heiligen Madl."