Klimabündnis Betrieb
Seit 2025 ist der St. Barbara Friedhof Mitglied des Klimabündnis und damit Klimabündnis Betrieb.
Bei einem KlimaCheck wurde das Unternehmen in allen klimarelevanten Bereichen durchgecheckt. Individuelle Klimaziele und Maßnahmen wurden vereinbart und eine Klimaschutzphilosophie erarbeitet.
Klimaschutzphilosophie des St. Barbara Friedhofs
Für den St. Barbara Friedhof ist das Engagement für Klimaschutz ein unverzichtbarer Teil einer zeitgemäßen Abschiedskultur.
Ein respektvoller Umgang mit der Natur bringt die christliche Überzeugung zum Ausdruck, dass Leben – und auch der Tod – in Gottes Hand liegen. Der sorgsame Umgang mit der Schöpfung ist damit Ausdruck gelebten Glaubens.
„Er weidet mich auf einer grünen Aue und führt mich zum frischen Wasser“ (Psalm 23,2).
Dieses biblische Bild beschreibt Trost, Geborgenheit und neues Vertrauen – Erfahrungen, die Menschen auf dem St. Barbara-Friedhof machen können.
Als grüne Naturoase mit etwa 20.000 Grabplätzen mitten in der Stadt ist der St. Barbara Friedhof ein Ort der Ruhe, an dem die unverwechselbare Würde jedes Menschen sichtbar bleibt. Eine naturnahe Bewirtschaftung, regelmäßige Aufforstung und sanftes Wildtiermanagement verwandeln die Landschaft der Stille zum artenreichen Biotop.
Die Natur auf dem Friedhof macht zugleich die christliche Auferstehungshoffnung erfahrbar. Sie zeigt sichtbar und spürbar, dass Leben aus Tod und Vergänglichkeit neu entsteht: Aus einem scheinbar toten Samen wächst neues Leben, Jahreszeiten wandeln sich vom Winter zum Frühling. So wird deutlich, dass Gott Leben erneuert und der Tod nicht das letzte Wort hat.
Gelebter christlicher Glaube schaut dabei nicht nur auf das Jenseits, sondern übernimmt Verantwortung für die Welt und für kommende Generationen.
Unser Beitrag zum Klimaschutz.
„Muss ein Baum fallen, wird mindestens ein neuer gepflanzt“
Mit seinem alten Baumbestand, dessen Wurzeln buchstäblich bis an die Anfänge des St. Barbara Friedhofs im 18. Jahrhundert reichen, beruft sich der Trend zum Naturnahen auf eine gewisse Tradition. Am St. Barbara Friedhof gibt es 60-70 verschiedene Baumarten und insgesamt ungefähr 1.200 Bäume sowie 750 Großsträucher und rund 800 Laufmeter Hecken.
Der Klimawandel ist auch am St. Barbara Friedhof bemerkbar. Wasser wird immer weniger. Durch das händische Graben der Gräber erkennt man, wie tief das Wasser in den Boden reicht. Es werden dann heimische Bäume und Pflanzen ausgewählt, die mit trockeneren Witterungen umgehen können und die an das zukünftige Klima angepasst sind. Der Baumbestand wird regelmäßig begutachtet und sorgsam gepflegt: Stellt ein Baum aus Alters- oder Gesundheitsgründen eine Gefahr dar und muss fallen, wird mindestens ein neuer gepflanzt.
Biodiversität – ein Ort des Lebens
2017 wurden erstmals Igelhaufen auf dem Friedhof angelegt, die Population wird derzeit sichtlich größer. Auch gibt es viele Insekten und viele Bienen am Friedhofsgelände. Von einer Imkerin betreute Bienenstöcke sind das Zuhause der Bienen. Brach liegende Flächen, auch leere Wandgräber, werden in bunte Blumenwiesen verwandelt – ein Paradies für die Bienen. Hasen bevölkern die große Grünfläche ohne natürliche Feinde sowieso schon seit vielen Jahrzehnten.
Der St. Barbara Friedhof beheimatet ungefähr 27 verschiedene heimische Vogelarten. Für die Vögel wurden 120 Brutkästen an den Bäumen aufgehängt. Diese werden jedes Jahr im Herbst nach der Brut ausgeräumt und gereinigt, damit sie nachher wieder bewohnt werden können. Dieses Ausputzen ist sehr wichtig, damit keine Krankheiten entstehen.
Der schon langjährige Verzicht auf umweltschädigende Unkrautvernichtungsmittel sichert den Bestand zahlreicher Insekten. Das wirkt positiv auf die Nahrungspyramide für die Vogelwelt: Die gefiederten Freunde finden nicht nur Körner oder Samen, sondern auch tierische Nahrung in den Hecken, die Blaumeise etwa ist darauf angewiesen.
Der Friedhof ist in der Nacht geschlossen und nicht künstlich beleuchtet. Es braucht diese Ruhezeit für die Tiere.
Naherholungsgebiet und ein Bankerl unter Bäumen
Der St. Barbara Friedhof wird nicht nur von Grabbesitzer:innen, sondern auch von Bewohner:innen des Stadtteils gerne zur Erholung genutzt. Der parkähnliche Friedhof bietet Ruhe zur Erholung und zahlreiche Bänke im Schatten.
Schattenbereiche und ein Wasserspiel im Bereich des Haupteingangs verbessern die Aufenthaltsqualität sowohl für Friedhofsbesuchende als auch für die Trauergäste vor und nach den Abschiedsfeiern.
Gut erreichbar für alle
Durch die innenstadtnahe Lage ist der St. Barbara Friedhof sehr gut und einfach für Fußgänger:innen erreichbar. Drei städtische Buslinien haben Haltestellen direkt bei Friedhofseingängen. Moderne Fahrradständer an verschiedenen Orten sind komfortabel für Radfahrer:innen.
Nachhaltige Energieversorgung für den Friedhofsbetrieb
Das Ziel des St. Barbara Friedhofs ist eine klimaneutrale Energieversorgung. Mit drei Photovoltaik-Anlagen wird etwa ein Drittel mehr Strom produziert als der Friedhofsbetrieb selbst braucht (Stand April 2026). Stromspeicher helfen dabei. In den Zeiten, wo es noch notwendig ist, bezieht der St. Barbara Friedhof zertifizierten Ökostrom.
Die gesamte Klimatisierung am Friedhof läuft über Eigenstrom von Photovoltaik. Ein Haus und einige Hallen werden mit effizienter Wärmepumpentechnik sparsam beheizt. Die Fahrzeuge am Friedhof nutzen den nachhaltigen Strom: es gibt vier E-Stapler, mehrere E-Fahrzeuge und einen E-Transporter.
Naturnahe Bestattung
Der St. Barbara Friedhof bietet eine breite Auswahl an Grabarten – für Urnen- und Sargbestattung. Als „Waldfriedhof“ in Linz bietet er Naturnähe, aber gleichzeitig auch einfache Erreichbarkeit für An- und Zugehörige.
Baumurnengräber kommen dem Wunsch von An- und Zugehörigen entgegen, ihre Verstorbenen mögen nach der Beisetzung in einem Baum quasi „weiterleben“. Bei einem Baumurnengrab ist ein Baum einer individuellen Grabstelle zugeordnet.
Beim 2020 eröffneten Apfelbaum Urnengarten entwarf der Künstler Arnold Reinthaler einen Kreislauf von Tod und Leben, indem er Apfelbäume als zentrales Gestaltungselement wählte. Weitere naturnahe künstlerisch gestaltete Urnengrabanlagen sind geplant.
Nachhaltige Grabpflege
Zum ThemaGrabpflege werden Tipps an An- und Zugehörige weitergebenen, um eine ökologisch sinnvolle Grabgestaltung mit vertretbarem Aufwand auch in Zeiten des Klimawandels anzuregen. Das ist inbesondere wichtig, wenn es jemand nicht möglich ist, täglich zum Gießen zu kommen. Für dieses Projekt wurden mehrere Mustergräber erstellt.
Die Naturnähe unterstreicht auch die Entscheidung der Verwaltung, eine naturnahe, plastikfreie Grabgestaltung anzuregen. Kerzen sollen echt sein, künstlich-elektrische Beleuchtungen auf den Gräbern sind nur sehr eingeschränkt erlaubt. Mindestens ein halber Quadratmeter der Oberfläche eines jeden Grabes muss grün gestaltet sein.
Netzwerkarbeit für grüne Friedhöfe
Das über die Jahrzehnte entwickelte Wissen über naturnahe Friedhöfe gibt der St. Barbara Friedhof regelmäßig weiter, z.B. an OÖ. Klimabündnis-Pfarren. Der St. Barbara Friedhof ist für viele andere Friedhöfe Vorbild.
Seit 2021 ist der St. Barbara Friedhof, ausgezeichnet von Global 2000, Nationalpark Garten. Eine der Hauptpreise beim österreichweiten ökumenischen Umweltpreis2025 ging in der Kategorie Biodiversität an den St. Barbara Friedhof. Seit Ende 2025 ist der St. Barbara Friedhof Mitglied beim Klimabündnis OÖ.
Vermittlungsarbeit
Für Interessierte werden immer wieder Friedhofsführungen mit ökologischem Schwerpunkt angeboten, z.B. botanische Spaziergänge oder Vogelbeobachtungen. Auch in andere Veranstaltungen fließen ökologische Themen mit ein.
Geplante Klimaschutz-Maßnahmen
(Stand April 2026)
- Weitere Effizienzverbesserungen an den Gebäuden
- Umstellung der Beheizung des Hauptgebäudes von Erdgas auf Wärmepumpe
- Anschaffung neuer Fahrzeuge nur mehr mit E-Antrieb
- Künftig Gestaltung von wassergebundenen Decken statt Pflasterversiegelungen bei friedhofseigenen Urnenanlagen

